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Sonntag, 13. Oktober 2019

Lola Randl – Der grosse Garten



Warum es sich zu lesen lohnt:

 

Ich weiß nicht, ob das Buch ein Roman, eine Enzyklopädie oder eine Autobiografie ist. Es ist von allem etwas. Und es hat mich glänzend unterhalten.

Ein Roman ist es, weil die Geschichte einer Frau erzählt wird, die aufs Land zieht und beschliesst einen Garten anzulegen. Wir erfahren etwas über ihr Verhältnis zur Mutter, zum Ehemann, ihrem Psychiater (mit dem sie eine Affäre hat) und ihrem Liebhaber aus dem Dorf. Der Erzählstil ist spöttisch und voller Ironie und hat mir gut gefallen.
"Ein Garten ist immer ein Kampf zwischen den eigenen Vorstellungen und äußeren Gegebenheiten."
Eine Enzyklopädie ist das Buch aber auch, denn es hat keine Kapitel, sondern Stichworte (z.B. Bienen, Eisheilige, Feldmaus). Dennoch hat es einen roten Faden und eine Story, die sich durch das Buch hindurchzieht. Allein diese besondere Erzählweise macht es für mich lesenswert. Und weil Lola Randl tatsächlich mit ihrem Mann aufs Land gezogen ist, um der Großstadt zu entfliehen und zu gärtnern, ist das Buch in Teilen angeblich sogar autobiografisch. Es steckt außerdem voller Tipps zur Gartenarbeit und kleinen Lebensweisheiten und ist dabei lehrreich und unterhaltsam.
"Wenn Gott in allen Dingen und Kräften steckt, sind alle Dinge und Kräfte zusammengenommen wieder Gott." 
Lesenswert für Gartenliebhaber*innen und Leser*innen, die sich auf einen besonderen Erzählstil einlassen wollen.


Inhalt:

 

"»Ein Trieb wird als unwiderstehlicher Drang empfunden. Pflanzen und Tiere denken gar nicht daran, diesem Trieb etwa entgegenzusetzen, wohingegen der Mensch seine Triebe immer häufiger aufschiebt oder umwandelt.«
 Ein Roman über die Schwierigkeit, auf dem Land der Fülle des modernen Lebens zu entkommen und in Ruhe sein Gemüse zu ziehen. Und wenn sich dann zum Mann und den Kindern noch die Mutter, ein Liebhaber, ein Analytiker und Wühlmäuse in den Garten gesellen, weiß selbst die Therapeutin aus der Stadt nicht mehr weiter.
Eines Tages beschließt die Filmemacherin Lola Randl dem Berliner Stadtleben den Rücken zu kehren und in Ruhe einen Garten zu bewirtschaften. Im Herzen der Uckermark, dem am wenigsten bevölkerten Landstrich Westeuropas, beschäftigt sie sich mit Saatzeiten und Bodenqualitäten, Schädlingen und Unkraut, Beschnitt und Lagerungstechniken. Doch so richtig will die Hinwendung zur Natur und einem einfachen, unkomplizierten Leben nicht gelingen: zum Ehemann gesellt sich der Liebhaber, und als das Verhältnis mit ihrem Analytiker zu eng wird, wird dieser von einer Therapeutin abgelöst. Während Randl die Stadt aufs Land bringt und versteht, dass man vor sich selbst nicht davonlaufen kann, beginnt der Garten ebenso bunt zu blühen wie das Dorfleben, bereichert um kochende Japanerinnen, Künstler, Utopisten und Glückssucher aller Art."

Quelle: https://www.matthes-seitz-berlin.de/buch/der-grosse-garten-ebook.html

 

Über das Buch:

 

320 Seiten, Hardcover gebunden
Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-95757-709-2
Preis: 22,00 €
Verlag: Matthes & Seitz Berlin