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Sonntag, 9. April 2017

Hanya Yanagihara - Ein wenig Leben

 

Warum es sich zu lesen lohnt:

 

Mehrmals habe ich dieses Buch beiseite gelegt, manchmal wurde der Kloß im Hals einfach unerträglich oder ich war so ergriffen, dass mir die Tränen kamen. Ich habe mir ein paar Mal die Frage gestellt, ob ich mir das wirklich antun möchte weitere zighundert Seiten mit Malcolm, Jude, JB und William zu verbringen.

Das Buch erzählt von der Freundschaft der vier Männer, beginnend in der Highschool und endend ca. 30 Jahre später. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Jude und seine schreckliche Kindheit und Jugend, über die es ihm nicht gelingt mit seinen Freunden  zu sprechen. Die Schilderungen seiner Kinderheitserfahrungen sind düster und grausam. Seine Selbstverletzungen und sein selbstzerstörerisches Verhalten werden zum Teil so qualvoll beschrieben, dass ich Textpassagen überspringen musste. Definitiv ein Buch, für das man emotional stabil sein sollte.

Fasziniert hat mich die Freudschaft der Vier im Verlauf des Lebens. Das Ringen um Vertrauen und Liebe. Die Veränderungen, die sie alle durchmachen auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden und wie sich diese Veränderungen auf ihre innige Freundschaft auswirken.

"Seine anhaltende Nostalgie deprimierte ihn, machte ihn älter, und er konnte nicht umhin zu denken, dass die glorreichsten Jahre, die Jahre, in denen alles aussah wie mit Leuchtfarbe gemalt, vorüber waren. Damals waren alle so viel unterhaltsamer gewesen. Was war nur passiert?
Das Alter, nahm er an. Jobs, Geld, Kinder. Die Dinge, die den Tod auf Abstand hielten, mit denen man die eigene Relevanz untermauerte, die Trost spendeten und Zusammenhang und Bedeutung stifteten. Der von Biologie und Konvention diktierte Marsch voran, dem sich selbst unangepasste Geister nicht entziehen konnten."
Es waren Textstellen wie diese, die mich das Buch haben zu Ende lesen lassen. Kloß im Hals hin oder her. 


Inhalt:

"Sie werden über dieses Buch sprechen wollen: "Ein wenig Leben" ist ein unvergleichlich mutiger Roman über Freundschaft als wahre Liebe.

"Ein wenig Leben" handelt von der lebenslangen Freundschaft zwischen vier Männern in New York, die sich am College kennengelernt haben. Jude St. Francis, brillant und enigmatisch, ist die charismatische Figur im Zentrum der Gruppe – ein aufopfernd liebender und zugleich innerlich zerbrochener Mensch. Immer tiefer werden die Freunde in Judes dunkle, schmerzhafte Welt hineingesogen, deren Ungeheuer nach und nach hervortreten. "Ein wenig Leben" ist ein rauschhaftes, mit kaum fasslicher Dringlichkeit erzähltes Epos über Trauma, menschliche Güte und Freundschaft als wahre Liebe. Es begibt sich an die dunkelsten Orte, an die Literatur sich wagen kann, und bricht dabei immer wieder zum hellen Licht durch."

Quelle: https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/ein-wenig-leben/978-3-446-25471-8/

Über das Buch:

 

Roman übersetzt von Stephan Kleiner
Erscheinungsdatum: 30.01.2017
960 Seiten
Verlag: Hanser Berlin
ISBN 978-3-446-25471-8
ePUB-Format
ISBN 978-3-446-25558-6