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Sonntag, 10. August 2025

Doris Knecht - Ja, Nein, Vielleicht


 

Warum es sich zu lesen lohnt:

Doris Knecht nimmt uns in „Ja Nein Vielleicht“ mit in das Leben einer Frau Mitte fünfzig – und zeigt dabei, wie viel zwischen Alltag und Ausnahmezustand passieren kann. Es geht ums Älterwerden, um die Liebe und um all die kleinen und großen Zumutungen, die das Leben bereithält.

Die Protagonistin führt ein gutes Leben, ist unabhängig, beruflich etabliert, emotional gefestigt. Kurz: Es geht ihr gut. Und doch steht an einem Punkt, an dem vieles gleichzeitig passiert: unangenehme Zahnarzttermine, Hochzeitsvorbereitungen der besten Freundin, ein Hochwasser, das das eigene Dorf bedroht – und plötzlich steht da auch noch die Jugendliebe wieder vor ihr. Diese Begegnung wirft eine zentrale Frage auf: Lohnt es sich, noch einmal einen Menschen ganz nahe an sich heranzulassen – in Form einer Liebesbeziehung? Oder ist das selbstbestimmte Leben als Single, das sie sich über die Jahre gut eingerichtet hat, nicht vielleicht die bessere Wahl?

Nichts davon ist überdramatisiert, und gerade darin liegt Knechts große Stärke: Sie beobachtet scharf, schreibt mit trockenem Humor, Tiefgang und einer feinen Prise Zynismus.

„Ja Nein Vielleicht“ ist kein klassischer Liebesroman – vielmehr eine kluge, ehrliche Bestandsaufnahme. Die Hauptfigur denkt über vergangene und mögliche Beziehungen nach, über das Altern, über das, was war, und das, was vielleicht noch kommt. Der Titel bringt diese Unentschiedenheit gut auf den Punkt. Ich bin bekennender Doris-Knecht-Fan, auch in diesem Roman  gelingt es ihr wieder, das Leben in all seiner Widersprüchlichkeit abzubilden – mit Witz, Melancholie und einer großen Portion Menschlichkeit.

 

Inhalt:

"Zum ersten Mal seit vielen Jahren fühlt sie sich wieder frei: Die Kinder sind ausgezogen, in ihrem Dasein zwischen Großstadt und Landleben breitet sich Ruhe aus. Doch dann wird ihre Wohnung von ihrer Schwester besetzt, es droht ihr ein Zahn auszufallen und sie wird mit der eigenen Endlichkeit konfrontiert. Während sich das eher marginale gesundheitliche Dilemma zu einer kleinen existenziellen Krise auswächst, trifft sie im Supermarkt einen Mann von früher wieder: Friedrich. Eine Begegnung, die sie vor eine Frage stellt, mit der sie sich eigentlich nicht mehr beschäftigen wollte: Ist sie bereit für eine weitere Liebesbeziehung? Oder besser gesagt: Ist sie bereit, ihr gutes Leben zu teilen, ihre innere Zufriedenheit zu riskieren, schon wieder? Ein moderner Roman über das Leben als Frau, der das ewige Primat der romantischen Liebe infrage stellt – unverbittert, witzig, lebensklug. "

 

Über das Buch:


Erscheinungsdatum: 22.07.2025
240 Seiten
Verlag: Hanser Berlin
Hardcover
ISBN 978-3-446-28288-9
Deutschland: 24,00 €

Sonntag, 30. Juni 2024

Elke Heidenreich - Altern

 

 

 

Warum es sich zu lesen oder zu hören lohnt:

 

Schon nach den ersten Minuten des Hörbuchs (wunderbar gelesen von der Autorin selbst) wusste ich: Ich muss mir das Buch kaufen, weil ich so viele Textstellen markieren möchte und so viele andere Bücher genannt werden, die ich auch lesen mag. 

Und jetzt liegt es hier, dieses Buch mit dem hübschen Cover, in das ich auf der Stelle wieder eintauchen könnte, obschon ich das Hörbuch doch erst heute Morgen zu Ende gehört habe. Es steckt für mich voller Weisheiten, entweder von der Autorin selbst oder von den vielen anderen Schriftsteller*innen, die sie zitiert.

Elke Heidenreich schreibt dieses Buch als 80-jährige Frau, die weiß, dass der größte Teil ihres Lebens hinter ihr liegt und sie loslassen muss. Ein Buch mit Einblicken in ihr Leben, Betrachtungen zum Thema Alter, Gedanken über ihre eigene Generation und die Generationen danach und über die Weltlage. Über den Sinn des Lebens schreibt sie:
 
"Die ewige Sinnfrage! Was soll das sein, der Sinn des Lebens? Dabei ist es so einfach: Der Sinn des Lebens ist, das Leben zu leben, vom ersten Atemzug bis zum letzen.....Das JETZT ist wichtig. Das DAMALS und das SPÄTER gehören dazu, aber das JETZT ist im Moment am allerwichtigsten, die augenblickliche Situation zu leben und auszufüllen."
 
Sie schreibt manchmal wehmütig (wenn es um all die Erinnerungsstücke geht, von denen sie sich nicht trennen kann), oft humorvoll (bei den Tablettenschiebern, die sie schon beim Anblick krank machen) und ab und an auch mal ungnädig (wenn es um das rundum Versicherte, Gesunde, Woke und Brave geht). Ich hätte ihr noch ewig zuhören können und sie hat viele Emotionen mit diesem kurzen Buch bei mir ausgelöst. Ich war zu Tränen gerührt und habe herzhaft gelacht, alles war dabei. Selten habe ich ein (Hör-)Buch so vielen Menschen ans Herz gelegt, egal welchen Alters. Unbedingt lesen oder hören - oder beides!


Inhalt:

"Alle wollen alt werden, niemand will es sein. Ist das nicht absurd?
Das Leben lesen: Elke Heidenreich schreibt ganz persönlich über ein Thema, das uns alle betrifft. Ein ehrliches Buch über das Altern, das Mut macht.

Alle wollen alt werden, niemand will alt sein. Der Widerspruch ist absurd, das Leiden daran real. Wie lernen wir, so gut wie möglich damit zurechtzukommen? Geht das, alt werden und ein erfülltes Leben führen? Elke Heidenreich hat sich mit dem Altwerden beschäftigt. Herausgekommen ist dabei ein Buch, wie nur sie es schreiben kann. Persönlich, ehrlich, doch nie gnadenlos, mit einem Wort: lebensklug. Sie denkt über ihr eigenes Leben nach, und das heißt vor allem, über ihre Beziehungen zu anderen Menschen. Im Alter trägt man die Konsequenzen für alles, was man getan hat. Aber mit ihm kommt auch Gelassenheit, und man begreift: "Das meiste ist vollkommen unwichtig. Man sollte einfach atmen und dankbar sein."

Quelle: https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/elke-heidenreich-altern-9783446279643-t-5229


Über das Buch:

 
Erscheinungsdatum: 13.05.2024
112 Seiten
Verlag: Hanser Berlin
Hardcover
ISBN 978-3-446-27964-3
Deutschland: 20,00 €