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Sonntag, 5. Februar 2023

Andy Merrifield - Die Weisheit der Esel

 

Warum es sich zu lesen lohnt:

 

Ich liebe Esel und deswegen bin ich an diesem Buch schon allein aus optischen Gründen nicht vorbeigekommen.
 
Andy Merrifield begibt sich auf eine Reise durch die Auvergne, er geht zu Fuß und hat den Esel Gribouille bei sich. Die Reise verändert ihn nachhaltig, die intensive Zeit mit  dem Esel prägt ihn und Gribouille wird zu seinem Meister. Seine Gelassenheit, seine Sanftheit und seine Fähigkeit im Hier und Jetzt zu leben, führen dazu, dass sich auch beim Autor immer mehr Entschleunigung einstellt und er sich auf das Wesentliche in seinem Leben besinnt. Die ruhige und besonnene Stimmung des Buches, hat sich auf mich übertragen und mir gut getan.

Der Autor berichtet aber nicht nur über die gemeinsame Reise, er lässt auch Wissen über Esel einfliessen und zeigt auf, welche Rolle der Esel im Lauf der Menschheitsgeschichte gespielt hat. Manche dieser Exkurse haben mich angesprochen, z.B. die eines Tierarztes in Gizeh. Dort sind Esel Nutztiere, die die Bauern zwar dringend benötigen, aber dennoch nicht  pfleglich behandeln. Dr. Mohsen Hassan klärt dort die Bauern auf, wie sie erkennen, dass es ihren Tieren nicht gut geht und was sie tun können. Er behandelt dort unzählige, geschundene Esel und versucht ihnen das Leben zu erleichtern oder im besten Fall ihr Leben langfristig zu verbessern. Wenn es um die Bedeutung des Esels in Literatur, Geschichte und Kunst geht, war es mir manchmal ein wenig zu viel, aber das waren nur kurze Episoden. Sobald es wieder um die Wanderung und den faszinierenden Gribouille ging, bin ich wieder komplett in die Geschichte eingetaucht.

Ein wunderbares Buch für alle, die Esel mögen oder mehr über diese faszinierenden Wesen wissen möchten. Ich träume jetzt jedenfalls mehr denn je davon, eines Tages einen Esel in meiner Nähe zu haben.

 

Inhalt:

"Andy Merrifield, Wissenschaftler und renommierter Sachbuchautor, verlässt im Zenit seiner Karriere New York und zieht in ein abgelegenes Dorf in der Auvergne. Dort begibt er sich auf einen Fußmarsch, der seine Sicht auf das Leben für immer verändert. An seiner Seite: Gribouille, ein Esel. Er ist Merrifields schweigsamer Begleiter und Lehrer. Nach anfänglicher Ungeduld lässt sich der Autor – und mit ihm der Leser – ein auf den Rhythmus des Esels und beginnt zu begreifen, wie bedeutungslos alle Dringlichkeit und Hektik der modernen Welt sind."

Quelle: https://www.kosmos.de/buecher/bewusster-leben/11332/die-weisheit-der-esel 

 

Über das Buch:

 

1. Auflage 2019
Seiten: 271
EAN: 9783485029803
18,00 €
Verlag: Nymphenburger

 



Sonntag, 29. November 2020

Raynor Winn - Der Salzpfad

 


 

Warum es sich zu lesen lohnt:

Das Buch beschreibt die wahre Geschichte von Raynor und Moth, die wenig zu verlieren haben, als sie beschließen, sich auf den über 1000 km langen Küstenwanderweg Englands zu begeben. Durch den Vertrauensbruch eines falschen Freundes, haben sie ihr Haus und ihr Vermögen verloren. Außerdem hat Moth die Diagnose einer unheilbaren Nervenkrankheit erhalten. Aus der völligen Verzweiflung heraus, machen die Beiden sich auf den Weg. Wenn man nichts hat, hat man auch wenig zu verlieren.

Was unterscheidet sie von vielen anderen Fernwanderern? Meist sind solche Reisen von langer Hand geplant und vorbereitet, es wird viel Geld in die Ausrüstung investiert und während der Reise reichen die finanziellen Mittel meist aus, um sich gut zu ernähren und im Notfall auch einmal in einer Pension zu übernachten, um nicht jede Nacht das Zelt aufbauen zu müssen.  Dies alles trifft auf Raynor und Moth nicht zu. Sie wollen sich kein Geld leihen, ihren Kindern nicht auf der Tasche liegen und haben aus diesem Grund lediglich 50 Euro pro Woche zur Verfügung. Die Ausrüstung ist dürftig, eine geteilte Tüte Pommes ist pures Glück, oft reicht das Geld nur für Tütensuppe. Ihre Reise ist weder ein Selbstfindungstrip, noch ein Sabbatical zur Burnoutbekämpfung: Es ist eine Reise, die aus der Not entstanden ist, das macht sie so besonders und das Buch so lesenswert. 

Zu Beginn der Reise konnte Moth kaum laufen, die Ärzte rieten ihm, sich möglichst wenig zu bewegen und zu schonen. Erstaunt und voller Glück stellt das Paar jedoch fest, dass es Moth von Tag zu Tag ein wenig besser geht und sein Körper an Kraft gewinnt. Die Naturbeschreibungen der Küste sind wunderschön. Ein besonderere Reisebericht und zugleich die Geschichte eines mutigen Paares, welches nicht aufgibt und schließlich dafür belohnt wird. 

 

 Inhalt:

"Raynor und Moth, seit 32 Jahren ein Paar, verlieren durch zwei Schicksalsschläge in kürzester Zeit beinahe alles. Sie geben ihre Farm in Wales auf und machen sich, nur mit dem Allernötigsten ausgerüstet, auf den Weg: zu einer rund 1000 Kilometer langen Wanderung auf dem längsten und wildesten Küstenweg Englands, dem South West Coast Path. Von Somerset über Devon und Cornwall nach Dorset, mit einem Budget von nur 50 Euro pro Woche. Sie kämpfen mit Vorurteilen, Ablehnung und der Sorge, dass das Geld für den nächsten Tag nicht mehr reicht. Und zugleich entdecken sie auf ihrer großen Wanderung das Glück: herzliche Begegnungen, ihre neu erstarkte Liebe und die Fähigkeit, Kraft aus der Natur zu schöpfen. Allen Prophezeihungen zum Trotz führt sie der mehrmonatige Trip zurück ins Leben und öffnet die Tür zu einer neuen Zukunft."

Quelle: https://www.dumontreise.de/verlagsprogramm-und-updates/der-salzpfad.html

 

Über das Buch:

 

Erscheinungstermin: Mai 2019
Umfang: 336 Seiten, 13,5 cm x 21 cm
Preis: 14,99 €
ISBN: 978-3-7701-6688-6
Verlag: Dumont Reise

Freitag, 13. September 2019

Jennifer und Peter Glas - Roadtrip / Eine Liebesgeschichte



Warum es sich zu lesen lohnt:

 

Erst letztes Jahr habe ich für mich das Reisen in Form von Roadtrip/Camping entdeckt. Man verzichtet auf Komfort, ist den ganzen Tag und die ganze Nacht an der frischen Luft und entdeckt, was "Der Weg ist das Ziel" eigentlich bedeutet. Ich hätte nie gedacht, dass mir diese Art des Reisens soviel Freude bereitet und habe eine ungeahnte Leidenschaft entdeckt. Vielleicht hat mich dieses Buch deswegen direkt angesprochen. 

Sofort haben Titel und Cover mein Interesse geweckt. Als ich dann las, dass Jen und Peter sich gerade mal 4 Monate kannten, als sie beschlossen die Welt in einem Unimog zu bereisen, war meine Leselust geweckt. 

Das Buch ist voller wunderschöner Bilder dieser Reise, Landkarten mit Reisehighlights, Routen, schönen Stellplätzen und Texten über Reiseeindrücke der Beiden. Sie waren mir vom ersten Moment an sympathisch und als ich das Buch öffnete und darin zu blättern begann, war ich oft sehr berührt von den Fotos und Worten:

"Plötzlich wird es spürbar wärmer. Der letzte Tag des Aprils zeigt sein wechselhaftes Gesicht. Die Sonne kommt hinter den Bergen hervor. Die Umgebung verändert sich deutlich, es stellt sich ein Gefühl ein, das ich nur von Urlaubsreisen kenne. Ein Prickeln, eine Aufgeregtheit, ein Bewusstsein dafür, dem Alltag eine Weile zu entkommen."

Am liebsten würde ich gerne noch viel mehr über das Paar erfahren - manchmal schreiben sie zwar über Strapazen der Reise und Pannen, aber das wird immer nur kurz angerissen. Von mir aus hätten sie noch viel mehr über ihre Erlebnisse berichten können und wie diese ihre Beziehung zueinander gepräg haben. 

Ich bin dankbar, dass ich ein wenig an Jennifers und Peters großartigen Reise teilhaben konnte. Das Buch ist eine wirklich große Inspiration, in vielerlei Hinsicht. Ich werde wohl noch oft darin blättern und mich berühren lassen. Fest steht: Der nächste Roadtrip kommt bestimmt.


Inhalt:

 

"Ihre Geschichte ist eine große Liebeserklärung: ­An die endlosen Straßen, an ihre Heimat auf vier ­Rädern und an all die nahen und fernen Länder und ihre vielen Wunder. Gemeinsam wagen Jen und Peter den Neuanfang, und starten in das Abenteuer ihres Lebens.
Die abenteuerliche Hochzeitsreise von München über den Balkan, Iran, Oman, Indien und Südostasien bis nach Wladiwostok verfolgen tausende Fans auf ihrem Blog Glaarkshouse.
Sie entdecken zahlreiche Sehnsuchtsorte: das tobende Leben asiatischer Metropolen, die absolute Einsamkeit des Himalayas, die endlose Weite der Mongolei. Doch am allerstärksten beeindrucken sie die vielen Begegnungen mit Menschen, die sie überall willkommen heißen.

30 Monate lang bereisen Jen und Peter Asien und Europa – und finden dabei heraus, was ihnen im Leben wirklich wichtig ist.

Quelle: https://www.reisedepeschen.de/verlag/shop/roadtrip-eine-liebesgeschichte/

 

Über das Buch:


35,00 €
Verlag: Reisedepeschen
ISBN: 978-3-96348-000-3

 


Samstag, 2. März 2019

Stephan Orth - Couchsurfing im Iran

 

Warum es sich zu lesen lohnt: 

Stephan Orth nimmt uns mit auf eine Reise in den Iran. Eine ganz spezielle Reise, denn er bucht keine Hotels oder Gästehäuser, sondern schläft ausschließlich bei Menschen, die einen Schlafplatz (meist ist es ein Teppich, denn Betten sind dort unüblich) in ihrem privaten Zuhause anbieten, kostenlos und mit der Möglichkeit an ihrem Alltag teilzunehmen. Couchsurfing ist im Iran verboten. Dennoch bereist der Reporter auf diesem Wege das ganze Land und lernt spannende Menschen und ihre Geschichte kennen.

Da ist Yasmin, die geheime BDSM Treffen an wechselnden Orten organisiert, obwohl im Iran eigentlich schon so harmlose Bücher wie "Fifty Shades of Grey" verboten sind. Und Masoud, der Stephan mit zu einem Männerangelausflug ans Meer nimmt. Nasrin, eine ehemalige Touristenführerin, zeigt ihm die Wüste. Weil sie Couchsurfer*innen beherbergt hat, wurde ihr die Lizenz entzogen. Kayman fährt mit ihm in seinem kleinen Porsche auf eine Bikiniparty, die zwar verboten, aber dennoch langweilig ist.

Die Couchsurfergastgeber*innen umgehen Gesetze. Ob das nur ein spezieller Teil der iranischen Bevölkerung tut oder es generell dort ein Thema ist, kann ich nicht beurteilen. Fest steht, dass ich das Gefühl habe, viel über dieses Land erfahren zu haben, über das ich bisher viel zu wenig wusste. Mein Blick auf den Iran hat sich definitiv verändert durch dieses Buch. 
"Wer die Welt über die "Tagesschau" kennenlernt, verschubladet sein Unterbewusstsein mit Bildern von Extremen: Afrikaner hungern, Afghanen verüben Selbstmordattentate, Chinesen plagiieren, und Iraner mit Bärten tüffteln an Atombomben. Der Alltag kommt nicht vor. Und wenn er doch vorkommt in Auslandsreportagen, findet häufig eine andere Form der Verklärung statt: weg vom Modernen und hin zum Traditionellen und Altmodischen, weil das ästhetischer und exotischer ist als die Bilder, die genauso gut aus jeder europäischen oder US-amerikanischen Großstadt kommen könnten. Leser und Zuschauer vergessen leicht, dass Realität in jedem Land zehntausendmal vielfältiger ist, als sie gezeigt wird."

Ein kurzweiliger, ausgefallener Reisebericht über den Iran und die gastfreundlichen Menschen, die dort leben. Fotos, Chatverläufe mit den Gastgeber*innen und ein paar "How to" Infotafeln machen das Buch abwechslungsreich und lesenswert.


Inhalt:


"Iran: Urlaub auf der »Achse des Bösen«

Obwohl es offiziell verboten ist, reist Stephan Orth als Couchsurfer 9000 Kilometer durch den Iran und erlebt dabei irrwitzige Abenteuer – und ein Land, das so gar nicht zum Bild des Schurkenstaates passt. Er schläft auf Dutzenden von Perserteppichen, bricht täglich Gesetze, lebt, feiert und trauert mit dem gastfreundlichsten Volk der Welt. Und lernt den Iran dabei von einer ganz anderen Seite kennen. Denn hinter verschlossenen Türen ist das Leben bunt und rebellisch. Hier ist Platz für Sehnsüchte und Träume. Hier tut sich eine Welt auf, wie sie spannender nicht sein könnte."

Quelle: https://www.piper.de/buecher/couchsurfing-im-iran-isbn-978-3-492-31083-3


Über das Buch:

 

€ 10,00 [D]
Erschienen am 02.10.2017
256 Seiten, Broschur
EAN 978-3-492-31083-3
Verlag: Piper