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Dienstag, 16. Juni 2026

Eric Puchner - Weißes Licht

 


 

Warum es sich zu lesen lohnt:

Weißes Licht ist mehr als ein Familienroman – es ist ein atmosphärisches Buch, das einen sofort in seinen Bann zieht. Eric Puchner erzählt eine Geschichte, die sich nicht über große Dramen definiert, sondern über feine Verschiebungen, über Stimmungen und über das, was zwischen den Menschen unausgesprochen bleibt.

"Warum waren die wichtigsten Fragen immer ausgerechnet diejenigen, die man nicht stellte?" 

Im Mittelpunkt steht ein Anwesen in Montana, ein Ort wie aus der Zeit gefallen: ein See, alte Obstbäume, Berge im Hintergrund und diese besondere Ruhe, die sich nur an Orten einstellt, die weit weg vom Alltag liegen. Hier wollen Cece und Charlie ihre Hochzeit feiern. Doch mit der Ankunft von Garrett, Charlies bestem Freund, gerät dieses Gleichgewicht ins Wanken – und eine Dynamik kommt in Gang, die die Lebensentwürfe aller Beteiligten unwiderruflich durcheinanderbringt.

Die Erzählweise ist bewusst ruhig und lässt sich Zeit, die Spannung ist unterschwellig. Dadurch bekommen die  Figuren Raum, sich zu entfalten, mit all ihren Unsicherheiten, Sehnsüchten und Brüchen. Besonders Garretts innere Zerrissenheit bleibt dabei lange im Gedächtnis, weil sie so leise und gleichzeitig so konsequent erzählt wird.

Am Ende bleibt ein Roman, der weniger Antworten gibt als Stimmungen hinterlässt. Ein Buch über Entscheidungen, die ein ganzes Leben in eine andere Richtung lenken können.

Für mich ist "Weißes Licht" ein stilles, aber sehr intensives Leseerlebnis. 

 

Inhalt:

"Garret lebt zurückgezogen in der ländlichen Idylle Montanas, er arbeitet als Gepäckabfertiger am Flughafen und kümmert sich um seinen kranken Vater. Als er Cece kennenlernt, spürt er zum ersten Mal seit Jahren wieder Lust auf das Leben. Es gibt nur ein Problem: Sie ist die Verlobte seines besten Freundes. Schon bald müssen sie eine Entscheidung treffen, die ihrer aller Leben unwiderruflich verändern wird: ihre Beziehungen, ihre Freundschaften, und schließlich die folgende Generation.
Ein meisterhafter Roman in der Tradition großer amerikanischer Erzähler darüber, wie unsere Wurzeln uns für immer beeinflussen, selbst wenn die Welt auseinanderfällt."

Quelle: https://www.hanser-literaturverlage.de 

 

Über das Buch:

 

Erscheinungsdatum: 16.09.2025
528 Seiten
Verlag: hanserblau
Hardcover
ISBN 978-3-446-28454-8
25,00 €

 

 

 

 

 

Sonntag, 29. September 2024

Mario Giordano - Die Frauen der Familie Carbonaro

 

Warum es sich zu lesen lohnt:

 
Ein sizilianischer Familienroman, den ich mit Begeisterung verschlungen habe. Wir begleiten darin drei Frauen aus drei Generationen: Pina (*1884), Anna (*1913) und Maria (*1933). Alle Frauen haben Sehnsüchte, Träume und wünschen sich mehr Selbstbestimmung. Jede kämpft dafür auf ihre Weise und ist blockiert durch sizilianische Traditionen, die manchmal den eigenen Träumen im Weg stehen. Dem Autor ist es gelungen mich allen drei Frauen nah zu fühlen und mit ihnen zu leiden, zu lieben und zu hoffen. 

Mario Giordano knüpft an seinen ersten Roman „Terra Sicilia“ an, den ich ebenfalls auf meinem Blog vorgestellt habe. Auch hier geht es um die Familie Carbonaro, allerdings hauptsächlich aus der Sicht des Patriarchen Barnaba Carbonaro. In „Die Frauen der Familie Carbonaro“ wechselt er die Perspektive und erzählt die Geschichte aus weiblicher Sicht, was ich eine spannende Herangehensweise finde. Obschon mir dadurch die Grundzüge der Geschichte bekannt waren, habe ich mich keine Sekunde gelangweilt, denn der Blick der Frauen ist eben ein anderer. 

Besonders gefallen hat mir der Teil der Geschichte, der in München in den 40er Jahren spielt. Großmarkthalle, Glockenbachviertel, Isar und der Export der sizilianischen Orangen nach Deutschland, der die gesamte Familie geprägt hat. Immer wieder werden historische Ereignisse aufgegriffen, die das Buch inhaltlich bereichern. 

Man kann das Buch lesen, ohne „Terra Sicilia“ gelesen zu haben, ich empfehle ganz klar beide Bücher und finde die Aufteilung in die männliche und weibliche Perspektive ganz besonders gelungen. Ein absoluter Lesegenuss, da ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte, war es die perfekte Urlaubslektüre für mich. 


Inhalt:

"Pina will herrschen. Anna will singen. Maria will Hosen tragen.

Drei Frauen der deutsch-italienischen Familie Carbonaro erzählen ihre Geschichte: Sie erzählen von einem archaischen Sizilien Ende des 19. Jahrhunderts, vom Fluch ihrer Vorfahrinnen, von Wundern, Illusionen und kleinen Triumphen. Von Liebe und Gewalt, von schönen Schneidern, Scharlatanen und traurigen Gespenstern. Sie erzählen von Flughunden und Krähen, von Sizilien und Deutschland, von Heimat und Fremdsein, Bombennächten und Bienenstich - und davon, wie das Glück sie immer wieder fand. In einem gewaltigen Bilderbogen lässt Mario Giordano die bewegten Schicksale dreier Frauen erstehen, die unbeirrbar ihren Weg in ein selbstbestimmtes Leben verfolgen. Und er nimmt uns mit auf eine Reise von Sizilien nach Deutschland, die ein ganzes Jahrhundert umspannt."

 Quelle: https://www.penguin.de

 

Über das Buch:

Ausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag, 512 Seiten, 13,5x21,5cm
Erschienen am: 13.04.2024
ISBN: 978-3-442-31568-0
Auflage/Ausgabe: Originalausgabe
Verlag: Goldmann
24,00 €

 


 

 

 

 

Sonntag, 25. September 2022

Nino Haratischwili - Das achte Leben (für Brilka)


Warum es sich zu lesen lohnt:

 

1275 Seiten, die mich diesen Sommer begleitet und begeistert haben. Ich habe mich in die Geschichte der Familie Jaschi regelrecht hineinfallen lassen und auf den letzten Seiten angekommen, wollte ich gar nicht, dass das Buch endet, weil mir die Figuren und ihre Lebensgeschichten so ans Herz gewachsen sind.
 
Der packende Familienroman handelt hauptsächlich von den Frauen der Familie Jaschi, über sechs Generationen, eingewebt in die Geschichte Georgiens. Die Leben der charismatischen Familienmitglieder, aber auch die politischen und geschichtlichen Elemente sind so spannend und grandios erzählt, dass es mir gar nicht schwer gefallen ist, über so viele Seiten am Ball zu bleiben. Nebenbei habe ich einiges über Georgien und die Sowjetunion gelernt.

Niza erzählt ihrer Nichte Brilka ihre Familiengeschichte, die sich über zwei Weltkriege zieht und 1900 in Georgien bei einem Schokoladenfabrikanten beginnt. Sie möchte ihre eigene Geschichte aufarbeiten und ihrer Nichte die Möglichkeit geben, etwas von ihrer Herkunft zu erfahren. Absolute Leseempfehlung von mir, ein Buch zum eintauchen in eine andere Welt.

 

 

Inhalt:

"Dieser Roman ist über die Literaturwelt gekommen wie ein Naturereignis: ein wuchtiges Familienepos, das am Beispiel von sechs Generationen außergewöhnlicher Frauen das ganze pralle 20. Jahrhundert mit all seinen Umbrüchen und Dramen, Katastrophen und Wundern erzählt. Vom Georgien am Vorabend des Ersten Weltkriegs bis ins Deutschland zu Anfang des neuen Millenniums spannt Nino Haratischwili den Bogen. Alles beginnt mit Stasia, Tochter eines angesehenen Schokoladenfabrikanten. Mit ihrer Geburt setzt die Geschichte ein, die fortan wie ein gewaltiger Strom mit unzähligen Nebenarmen und Verwirbelungen durch Europa zieht und den Leser bis zur letzten Seite in ihrem Sog gefangen hält.

Ein unvergessliches, überwältigendes Leseerlebnis."

Quelle: https://www.ullstein-buchverlage.de/nc/buch/details/das-achte-leben-fuer-brilka-9783548289274.html

 

Über das Buch:


Roman
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Klappenbroschur
1280 Seiten
ISBN: 9783548289274
Erschienen: 08.09.2017
19,99 €

 

 

Dienstag, 10. Mai 2022

Liane Moriarty - Eine perfekte Familie

Warum es sich zu lesen lohnt:

 

Joy und Stan sind ehemalige Besitzer einer Tennisakademie und Eltern von vier, inzwischen erwachsenen, Kindern. Es hat sich immer viel um Tennis gedreht, bei den Delaneys und ohne Tennisschule und Kinder, die einen auf Trab halten, ist es inzwischen ganz schön ruhig für das Ehepaar geworden. Joy wartet sehnlichst auf Enkelkinder, während ihre Kinder mit ganz anderen Themen zu tun haben.

 

Als eines Tages eine Fremde vor der Haustür der Beiden steht und sich nach und nach bei ihnen einnistet, steht die ganze Familie Kopf. Das Ehepaar geniesst die gut kochende und zugewandte Ersatztochter, aber die Kinder sind nicht begeistert von der jungen Frau, die sich bei den Eltern breit macht. Schließlich decken Nachforschungen ein paar Ungereimtheiten auf und versetzen die Kinder in Sorge. Als dann auch noch die Mutter spurlos verschwindet, steht das Leben aller Familienmitglieder komplett auf dem Kopf. Die Story ist spannend, aber nicht überragend und an manchen Stellen auch etwas unrealistisch. Mich haben vielmehr die verschiedenen Charaktere angesprochen und die unterschiedlichen Perspektiven, aus denen die Familie betrachtet wird. 

 


Die Geschichte einer Familie, in der jede*r ihre*seine ganz individuellen Probleme und Lebensthemen hat, spannend und vielschichtig erzählt, gute Unterhaltung.

 

 

Inhalt:

"Joy ist spurlos verschwunden, aber sollen sie ihre Mutter wirklich als vermisst melden? Ein Dilemma für die vier erwachsenen Kinder, denn Vater Stan ist offensichtlich mehr als verdächtig. Bisher galten die Delaneys als Vorzeigefamilie par excellence, doch nun bleibt kein Stein mehr auf dem anderen. Was verheimlicht Stan? Und wer war die Fremde, die erst Wochen zuvor in Joys Leben trat? Den Geschwistern stellt sich aber eine noch viel erschreckendere Frage: Kennen sie ihre Eltern überhaupt?"

Quelle: https://www.penguinrandomhouse.de/Buch/Eine-perfekte-Familie/Liane-Moriarty/Diana-Verlag/e599713.rhd

 

 

Über das Buch:

 

Aus dem Englischen von Carola Fischer
Originaltitel: Apples Never Fall
Originalverlag: Macmillan Australia
Hardcover mit Schutzumschlag, 560 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-453-29260-4
Erschienen am  08. März 2022
22,00 €


Samstag, 23. April 2022

Mario Giordano - Terra di Sicilia - Die Rückkehr des Patriarchen


 

Warum es sich zu lesen oder zu hören lohnt:

 

Welch eine großartige Familiengeschichte. Wir dürfen darin den charismatischen und faszinierenden Barnaba Carbonaro durch sein wildes, abenteuerliches Leben, mit all seinen Höhen und Tiefen begleiten. Ein Mann der zwei Kriege miterlebt, oft gewinnt, aber auch wieder verliert. Geboren und aufgewachsen im armen Sizilien beschliesst er, dass das Leben noch anderes für ihn bereit haben muss und möchte reich zu werden. Die Zitrusfrüchte ziehen sich durch den Roman durch, angefangen von der Mitarbeit als Kind in den Orangengärten, dem Genuss seines ersten Orangensafts bis zum Handel mit Zitrusfrüchten auf dem Münchner Viktualienmarkt. 
 
Taormina, Palermo und München sind die Orte, an denen sich sein Leben abspielt. Für mich waren die Passagen über München ganz besonders lesenswert. Die Au als Armenviertel, die Schrannenhalle als Großmarkt, der Schlachthof und das Dreimühlenviertel als Lebensmittelpunkt der italienischen Einwanderer, überallhin bin ich Barnaba gefolgt und habe nebenbei soviel über diese Zeit erfahren. 
 
Es gibt Zeitsprünge und Rückblenden, Mario Giordano ist ein meisterhafter Erzähler und sein Roman gleicht einem bunten, farbenfrohen Bilderbuch. Perfekt für den Urlaub oder eine andere Zeit, in der man die Muße hat, in einer Geschichte zu versinken. Ich habe das Buch als Hörbuch geniessen dürfen und fand die Stimme von Thomas M. Meinhardt sehr angenehm. Eine wunderbare Familiengeschichte, von der ich mir gewünscht habe, sie würde noch ewig weitergehen.

 

 

 Inhalt:

"Barnaba Carbonaro wird 1880 in Sizilien in ärmsten Verhältnissen geboren. Er verliert seinen Vater früh und muss bereits mit fünf Jahren in den Orangengärten von Taormina schuften. Schon früh wächst in Barnaba der Wunsch heran, eines Tages ein reicher und einflussreicher Mann zu werden und seinen großen Traum zu verwirklichen – seine Waren als einer der Ersten über den Brenner zu transportieren und München mit Zitrusfrüchten zu beliefern! Dank seines außerordentlichen Rechentalents, seiner Gewitztheit und einer Portion Skrupellosigkeit gelingt es ihm tatsächlich zu einem erfolgreichen Geschäftsmann zu werden. Ein Leben, das der Jagd nach dem ganz großen Glück verschrieben ist, an dessen Ende die Einsicht steht, dass es das kleine Glück ist, um das es eigentlich geht."
 

 

 

Über das Hörbuch:

 

Originalverlag: Goldmann HC
Hörbuch Download, Laufzeit: 16h 50min
ISBN: 978-3-8445-4498-5
Erschienen am  14. März 2022
29,95 Euro 

 

Dienstag, 4. Januar 2022

Ayelet Gundar-Goshen - Wo der Wolf lauert

 


 

Warum es sich zu lesen lohnt:

 

Dieses Buch gehört zu meinen Lesehighlights 2021. 
Brillant erzählt Ayelet Gundar-Goshen die Geschichte einer Mutter, die voller Liebe zu ihrem 16-jährigen Sohn ist, die nur das Beste für ihn will, die sich fragt, was sie besser machen könnte, die an ihn glaubt und sich nicht vorstellen kann, dass ihr Sohn einen Mord begangen haben könnte. Das Buch ist aus der Perspektive der Mutter geschrieben, ihre Gefühle und Gedanken sind sehr authentisch und gingen mir sehr nah. Die grenzenlose Liebe zu ihrem Sohn und die dennoch immer wieder aufkommende Frage: Wie gut kennt man diejenigen, die man liebt, wirklich?

Familie Schuster ist aus Israel ins Silicon Valley gekommen, in dem Glauben, ihrem Sohn Adam dort ein besseres Leben zu ermöglichen. Nach und nach stellt sich heraus, dass es Adam alles andere als leicht hat.
"Als wir uns entschieden, in den Vereinigten Staaten zu bleiben, hatte ich meiner Mutter erklärt, ich wolle Adam an einem Ort aufwachsen lassen, wo es keine Kriege gebe. Jetzt fürchtete ich, wir könnten uns geirrt haben. Vielleicht hatten wir gemeint, Adam vor dem israelischen Irrsinn zu bewahren, ihn tatsächlich aber einem anderen Irrsinn ausgesetzt."
Die Autorin gibt Denkanstösse über Rassismus, Antisemitismus und Mobbing und zeigt auf, wie Vorurteile und Ängste uns beeinflussen, auch wenn wir dies nicht wahrhaben wollen.

Zu Beginn hatte ich den Eindruck, das Buch werde rückwärts erzählt und das Ende sei bereits auf den ersten Seiten vorweggenommen. Falsch gedacht. Statt dessen entwickelt sich eine sehr spannende, psychologisch raffinierte Geschichte, die sich wie ein Thriller liest und immer wieder überraschende Wendungen nimmt. Das perfekte Buch, für diejenigen die Lust auf einen Pageturner haben, den man kaum aus der Hand legen kann.
 
 

Inhalt:

"Lilach Schuster hat alles: ein Haus mit Pool im Herzen des Silicon Valley, einen erfolgreichen Ehemann und das Gefühl, angekommen zu sein in einem Land, in dem man sich nicht in ständiger Gefahr wähnen muss wie in ihrer Heimat Israel. Doch dann stirbt auf einer Party ein Mitschüler ihres Sohnes Adam. Je mehr Lilach über die Umstände des Todes erfährt, desto größer wird ihr Unbehagen: Ist es möglich, dass Adam irgendwie damit in Verbindung steht?" 

Quelle: https://keinundaber.ch/de/literary-work/wo-der-wolf-lauert/

 

Über das Buch:

Original: Relocation
Aus dem Hebräischen von Ruth Achlama
Hardcover
Format: 11,6 x 18,5 cm , 352 Seiten
ISBN: 978-3-0369-5849-1 Erschienen: 13. Juli 2021
26,00 EUR
Verlag: Kein & Aber Verlag

 

Freitag, 25. Juni 2021

Anja Baumheier - Die Erfindung der Sprache

 

Warum es sich zu lesen lohnt:

Adam liebt die Zahl Sieben und er schreibt für sein Leben gerne Listen. Als hochintelligenter, aber zwischenmenschlich etwas unbeholfener Junge, wächst er auf einer kleinen ostfriesischen  Insel auf. Seine skurrile Familie und die Inselbewohner*innen sind mir schnell ans Herz gewachsen. Bei ihnen darf der etwas merkwürdige Adam, der autistische Züge hat, sehr behütet und mit viel Verständnis für seine Besonderheiten aufwachsen. Eines Tages verschwindet sein Vater und das Leben der Familie verändert sich. Adam hat viele Ängste, die zum Teil mit viel Humor dargestellt werden, dabei jedoch nie ins Lächerliche gezogen werden. Um seinen Vater zu finden, stellt sich der erwachsene Adam seinen Ängsten und begibt sich auf einen Roadtrip. 

Die Geschichte springt zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her. Dem heute 32jährige Sprachwissenschaftler Adam Riese und seiner Kindheit, ja sogar bis zu den Anfängen seiner Familie und dem Kennenlernen seiner Großeltern. Das macht das Buch sehr abwechslungsreich.

Es dreht sich viel um das Thema Sprache in diesem Buch. Adam beginnt zwar erst spät zu sprechen, wird jedoch später Sprachwissenschaftler. Seine Großmutter generiert herrliche Wortverdrehungen. Und seine Mutter verliert ihre Sprache und verstummt, obschon sie eigentlich Radiomoderatorin ist.

Die Autorin schreibt diese warmherzige Familiengeschichte, die gleichzeitig auch ein Roadtrip ist, in einer einzigartigen Sprache, ihre Sätze fühlen sich manchmal wie Sonnenstrahlen auf der Haut an, ein wahrer Genuss.

 

Inhalt:

""Mit dem Jungen läuft etwas nicht so, wie es soll." Das sagt man, als Adam erst mit zwei Jahren zu sprechen beginnt. Menschliche Beziehungen sind für ihn ein Mysterium, stattdessen schwärmt er für die Zahl Sieben. Beim Heranwachsen auf der ostfriesischen Heimatinsel wird er liebevoll von seiner Familie umsorgt, allen voran von seiner tschechischen Großmutter Leska und seinem Vater Hubert. Dieser richtet seinem Sohn im alten Leuchtturm einen Weltrückzugsort ein, der nur ihm gehört.

Doch dann bricht die Katastrophe über den bilderbuchschönen Himmel von Platteoog herein: Kurz nach Adams 13. Geburtstag verschwindet sein Vater spurlos, seine Mutter verstummt unter der Last ihrer Trauer.

Eines Tages und viele Jahre später, Adam ist Dozent für Sprachwissenschaften an einer Berliner Universität, fällt ihm ein Buch in die Hände: „Die Erfindung der Sprache“. Es enthält Hinweise auf seinen Vater - offenbar ist er auch aus dem Leben einer anderen Familie wortlos verschwunden. Adam begibt sich auf die Suche. Seine abenteuerliche Reise führt ihn quer durch Deutschland, nach Prag, in die Bretagne und bis ans Ende der Welt…"

Quelle: https://www.rowohlt.de/buch/anja-baumheier-die-erfindung-der-sprache-9783463000237

 

Über das Buch:


Verlag: Kindler Verlag
Erscheinungstermin: 16.02.2021
496 Seiten
ISBN: 978-3-463-00023-7
20,00 €